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Losung: „Leben ist Beziehung“

Wann wird Leben und Freiheit erfahrbar?
- In der Gruppe
- Im Bezug zur Natur
- durch Gotteserfahrung

Wenn jemand im Krankenhaus liegt, im Koma oder nur noch halb wach, vielleicht viele Jahre... Was unterscheidet ihn von einem qicklebendigen Menschen? - Er hat keine „Beziehung“ zu seiner Umwelt, er kommuniziert nicht mehr, kann sich nicht mehr ausdrücken.

Absolute Freiheit gibt es nicht, das haben wir in den letzten Tagen herausgefunden. Aber wenn es sie gäbe, wäre sie wie ein Spaziergang im Weltraum... Keine Grenzen, endlose Weite... aber was würden wir nach einer Weile tun? Wahrscheinlich einen Stern oder Planeten suchen, ihn zuerst anschauen, dann vielleicht näher erforschen wollen.

Es gibt in allen Menschen eingepflanzt das Verlangen nach einem Ziel, einer Orientierung, vielleicht denken einige von euch auch mal über den „Sinn des Lebens“ nach. Bewusst oder unbewusst suchen wir uns Vorbilder und Ideale. Vielleicht wollen einige so werden wie ihre Eltern, andere bloß nicht. Es gibt viele sogenannte „Idole“, man findet sie vielleicht auf der Titelseite der Bravo oder sie werden durch Symbole angedeutet und auf der Fahne getragen. Manche dieser Idole sind wirkliche Vorbilder, aber viele sind nur von den Medien oder durch Verbreitung von Halbwahrheiten dazu gemacht worden.

Naja, ihr könnt euch denken, wen ich jetzt als Trumpf aufdecken will: Es ist Jesus Christus, der Heiland, dessen Symbol wir auf der Fahne tragen. Warum lohnt es sich, ihn als Vorbild zu wählen?

Unabhängig davon, dass die gläubigen Christen in ihm den Sohn Gottes sehen, der uns durch seinen Tod von den Sünden, also der Trennung von Gott erlöst hat und so seine grenzenlose Liebe offenbart hat – lasst uns über den Menschen Jesus von Nazareth reden.

Was ihn so sehr – und ich denke mehr als andere Idole, die ich habe – zum Vorbild macht, ist die Art wie er sich selbst zurückgestellt hat, um vielen Menschen Hoffnung zu geben und sie zu Gott zu führen. Er ist bedingungslos für seine Überzeugung eingetreten – es gibt viele Beispiele dafür in der Bibel, von seinem Streit mit den Pharisäern, der Hinwegsetzung über die Sabbatgebote, der Vertreibung der Händler aus dem Tempel, der Versammlung vieler Leute um ihnen zu predigen.

Es war ihm bewusst, dass er dafür als Volksverhetzer zum Tode verurteilt werden konnte. Aber weil es seine Überzeugung war, hat er es trotzdem getan. Und er hat es nicht aus Eitelkeit getan, weil er sich als Held darstellen und bewundern lassen wollte, sondern aus Liebe zu den Menschen, denen er Hoffnung spenden wollte. Zu den Menschen, die ihn gebraucht haben, unabhängig von ihrem Ansehen.

Und es war ihm egal, ob selbst seine Jünger, seine besten Freunde, über ihn geschimpft haben, weil er sich z.B. einer Prostituierten angenommen hat. Er hat allen Spott bis zur Hinrichtung am Kreuz über sich ergehen lassen. Das war nicht etwa ein ehrenvoller Tod nach dem Motto „der Partisan hat sich fürs Vaterland geopfert, ehrt diesen Helden“. Nein, es war ein Tod, wie ihn Schwerverbrecher verdient hatten, ein „Abschaum-der-Gesellschaft“-Tod. Jesus hat sich auf die allerniedrigste Stufe gestellt, hat seinen Jüngern die Füße gewaschen, hat Gott und seinen Mitmenschen bedingungslos gedient.

In dem Lied „Herr deine Liebe“ heißt es: „Unser versklavtes ICH ist ein Gefängnis und ist gebaut aus Steinen unsrer Angst“...

Die meisten Menschen stellen das ICH ganz massiv in den Mittelpunkt ihres Lebens. Freiheit und Selbstverwirklichung sind für sie die höchsten Ziele, die es zu erreichen gilt.

Aber was ist „Selbstverwirklichung“, wenn wir uns auf der Suche noch uns selbst nur um uns selbst drehen? Was bringt absolute Freiheit, auf niemanden Rücksicht zu nehmen und niemandem verantwortlich zu sein, wenn man nicht mehr gebraucht wird? Der Mensch verkommt zu einer leeren, nutzlosen Hülle, die sich selbst Ruhmeslieder singt. Und schließlich, innerlich verdorrt und mit hartem Herz, unzufrieden mit sich und der Welt, verbittert stirbt. Wo ist der Sinn?

Ich habe am letzten Wochenende von einem alten Pfadfinder, Axi, eine interessante Meinung dazu gehört, was der Sinn des Lebens sei: „Erkenne das Gute“, sagte er, „und dann DIENE ihm vorbehaltlos“. Wie ein Stern sollen wir in unser Umfeld scheinen und die Talente, die wir haben, für die Gemeinschaft einsetzen.

Dienen ist nicht gerade „in“. Aber im sich gegenseitig Dienen entsteht die wertvollste Form einer Beziehung. „Leben ist Beziehung“ und ein erfülltes Leben wird der haben, der das Vorbild Jesus von Nazareth vor Augen hat, das Gute sucht und aus Liebe zum Dienst bereit ist.

lueden, Ostern 2000

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