Uudo!
lueden.

 Kontakt

WeltAnschauung

Losungen und Anstöße

Lehren

Lehrer

Gemeinschaften

Weiterführend

Wiki

WeltAnschauung > Grenzen Los
Index | Hilfe | Suche:

Grenzenlos?

Losung zum Motto des Bundeslagers 1995

„Wenn Menschen über Grenzen gehn, in Fremden keine Feinde sehn, dann ist der Weg zum Frieden und zur Freiheit nicht mehr weit“.

In chrikrüs Lied kommt der Gedanke des Bu La-Mottos zum Ausdruck: Grenzen abbauen gegenüber anderen, fremdartigen Menschen.

Grenzen gibt es überall. Gerade bei den Pfadfindern werden die „Abgrenzungen“ zu anderen besonders deutlich. Man trägt verschiedene Trachten / Kluften, verschiedene Fahnen markieren die Lagerstätten, Jujas werden getragen, die zumindest früher Zeichen der Abgrenzung der bündischen Jugend gegenüber der spießigen Gesellschaft waren, der P-Gruß entstand aus dem geheimen Zeichen der Freundschaft in Abgrenzung zur feindlichen Umwelt. Wir singen „unsere“ Lieder, trinken Tschai. Das alles grenzt uns als HP zu anderen Pfadfindern, bzw. als Pfadfinder gegenüber anderen Vereinen ab.

Selbst innerhalb der HP gibt es Zeichen der Abgrenzungen: Verschiedenfarbige Schulterklappen und Sippenabzeichen, auf dem Bundeslager die Einteilung in Unterlager.

Wir brauchen Abgrenzungen, um unsere Identität zu bewahren. In einer grauen Masse von Bundesbürgern oder (Heliand-)Pfadfindern würden wir als einzelne untergehen. In der kleinen, überschaubaren, verbindlichen Gruppe aber zählt jeder. Er geht nicht unter, sondern wird beachtet, er kann in seiner Kleingruppe Fähigkeiten entfalten, die in der großen Masse untergehen würden.

Pfadfindern wird oft vorgeworfen, daß sie „uniformiert“ wären. Genau das Umgekerte ist aber der Fall: Pfadfinder fallen dadurch auf, daß sie die Uniformierung der Allgemeinheit durchbrechen. Sie zeigen: Wir wollen nicht die träge, unpersönliche Masse sein, sondern Individuen, die einander achten und beachten.

Es ist also gut für den Einzelnen, für die Gruppe und letztendlich auch für die Gesellschaft, sich abzugrenzen und es ist eine Menschenunwürdige Aussage, daß alle Menschen gleich seien. Die individuellen Fähigkeiten des Einzelnen werden damit unter den Deckmantel des Liberalismus gekehrt, Menschen werden zu „Serienprodukten“ erklärt.

Aber nach dieser Ode an die Abgrenzung muß ein ganz entscheidender Gedankenschritt gemacht werden, den leider viele vergessen: Unsere Abgrenzung darf nicht dazu führen, daß wir nur noch uns und unsere Position sehen. Wenn wir innerhalb unserer Gruppe auf den einzelnen achten, dürfen wir nicht vergessen, über den Tellerrand zu blicken.

(„Laßt uns über den Schatten springen!“)

Das Wesen der frühen Jugendbewegung war es, sich mit sich selbst, aber vor allem auch mit dem anderen, fremdartigen zu beschäftigen. Anfangs war es die Natur, ihre Wirkung auf den Körper, ihre Ästhetik. Später kamen die Fahrten dazu, nicht nur als Selbstzweck, sondern als Möglichkeit, mit ganz fremden Menschen in Kontakt zu kommen.

Heute haben wir darüber hinaus die Möglichkeit, mit vielen anderen Pfadfindern in Kontakt zu kommen. Hier ist das ideale Umfeld gegeben, sich auf Formen und Ideen einzulassen, die wir nicht aus uns selbst heraus entwickeln.

Die Hilfsbereitschaft ist das sprichwörtliche Prädikat, das die Pfadfinderschaft belegt. Sie signalisiert, daß wir uns für andere interessieren. Durch das Angebot unserer Hilfe finden wir den Weg zum Nächsten und bauen die Grenzen ab.

Powered by PmWiki 2.1 Impressum | Letze Änderung: 05.04.2007 Historie | Editieren