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Musik und Dichtung

»Musik Indiens

»Indische Dichtung: Du wirst wohl kaum einen Hindu treffen, der nicht weiß, was die Veden, die Upanishaden, das Mahabharata, die Bhagavadgita und das Ramayana sind. In diesen Werken sind die Religion, Philosophie, das 'Dharma', d.h. die Werte und Ziele, die gesellschaftlich und individuell angestrebt werden sollen, dargestellt.
"...Ebenso beschäftigen sich die Upanishaden mit Fragen, die erst seit Jahrzehnten in der ach so modernen und wissenschaftlichen Psychologie untersucht werden, wie das Wesen des Traums, des Tiefschlafs, des Wachens, des Todes etc.. Dabei wird klar, daß die Inder schon vor 2000 Jahren Wissen hatten, das von der westlichen Wissenschaft jetzt erst langsam und unzureichend erarbeitet wird, da die Methoden oft der Sache nicht angemessen sind."

Sitten und Gebräuche

Bettler gehören in Indien zum allgegenwärtigen Strassenbild. Ein soziales Netz für Bedürftige oder Alte gibt es nicht, so dass viele auf Almosen angewiesen sind. Nach dem Besuch eines Tempels oder einer Moschee sind Gaben Mittellose gängig. Auch hier werden allerdings Kinder oft dafür benutzt, um mehr Geld rauszuschlagen, besonders in den Städten sind die Bettler so organisiert. Es kann vorkommen, dass die Bettler in den Touristengebieten oft sehr aufdringlich sind, was neben Mitleid auch zu Verärgerung führen kann. Man kann sich sicher sein, das alte Menschen wirklich notleidend sind, während Kinder oft eher zum Betteln als zur Schule geschickt werden.

Soziale Spannungen

Probleme mit denen Indien zu kämpfen hat, ist die Überbevölkerung (die Begurtenrate beträgt 28 %, so dass die Bevölkerung jährlich um ca. 17 Mio Menschen wächst), das Analphabetentum, deformierte wirtschaftliche Strukturen aufgrund des Kolonialismus und ein starres Kastensystem. Diese Schwierigkeiten haben dazu geführt, dass Indien zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Täglich wachsende Slumgebiete sind in den Städten durch starke Zuwanderung der ländlichen Bevölkerung entstanden. Schwierig ist auch die Koexistenz grösserer religiöser Minderheiten mit der Mehrheit der Hindus. Streitigkeiten zwischen Hindus und Muslimen sowie zwischen Hindus und Sikhs (die oft auch durch nichtreligiöse Gründe angefacht wurden) haben in der Vergangenheit zu vielen Todesopfern geführt. Die Geburt einer Tochter wird in Indien als Unglück angesehen, da die Familien bei der Heirat eine hohe Mitgift zur Verfügung stellen müssen.

Slums: Einen guten Einblick in das Leben auf der Straße vermittelt der Film Salaam Bombay, der mit Straßenkindern gedreht wurde. Diesen ausgezeichneten Film sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Wirtschaft

Von der Landwirtschaft leben mehr als zwei Drittel der indischen Bevölkerung. Bis zu drei Ernten kann es im Jahr auf fruchtbarem Boden geben. Charakteristisch sind sehr klein Höfe. Hauptnahrungsmittel und wichtigstes Anbauprodukt ist Reis. Gleichzeitig gehört Indien zu den weltgrössten Produzenten von Zuckerrohr, Tee, Baumwolle und Jute. Einen gewaltigen Aufschwung hat in den letzten Jahren die Computerindustrie, insbesondere der Softwarebereich, erlebt. Die südindische Stadt Bangalore gilt als das "Silicon Valley" Indiens.

Religion

Drei von vier Inder, also etwa 85% sind Anhänger des Hinduismus, 11% sind Muslime, 3,5% sind Christen und 2% sind Sikhs (Mischung aus Islam und Hinduismus). Ausserdem gibt es kleinere Gruppen von Buddhisten (Buddha verkündet ebenfalls die Wiedergeburt, es gibt keine Götter, sondern durch die Befolgung von Regeln kann man dem Kreislauf entrinnen). Zu den ältesten Religionen der Welt zählt der Hinduismus, ist mehr eine Lebensweise als eine Religion. In seinen verschiedenen Ausprägungen ist er unwahrscheinlich vielfältig. Die zyklische Vorstellung von Geburt, Tod und Wiedergeburt ist der Schwerpunkt. Die Seele wandert von einem Leben zum nächsten, der Hindu muss, um die Erlösung zu erlangen, den Pflichten, die ihm durch seine Kaste vorgegeben sind, nachkommen. Im Hinduismus werden eine Menge Gottheiten verehrt, denen im persönlichen Haus und auch in Tempeln Verehrung entgegengebracht wird Fester Bestandteil der Glaubenspraxis sind Wallfahrten zu heiligen Plätzen. Weitere in Indien vertretene Glaubensrichtungen sind der Janaismus (die Wiedergeburt schliesst auch Tiere und Pflanzen ein, hohe Bedeutung der Meditation, Achtung vor Lebendigem) und der Zoroastrismus (persischen Ursprungs, der Mensch wird nach seinen Gedanken und Taten gut/böse am Ende des Lebens beurteilt).

Geschichte

Die nordindische Ebene eroberten um ca. 1200 v. Chr. Die eingewanderten Hirtenkrieger: Sie errichteten das Kastensystem. Budda wirkte im heutigen Bihar um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr.. Alexander der Grosse führte 326 v. Chr. eine Expedition nach Nordindien. Es entstanden mehrere Grossreiche, u.a. die Maurya-Dynastie und das Gupta Reich. Sind wurde 732 von den Arabern unterworfen, aber zu einer islamischen Staatenbildung kam es erst um 1200. Fast das ganze Indien wurde unter dem grössten Mogulherrscher Akbars, zu einem Reich vereint. Dazu gehörten Regionen wie der Punjab, Rajputana (der heutige Bundesstaat Rajasthan) und Gujarat, Kashmir, Bengalen, Sind sowie eine Reihe von muslimischen Königreichen im Hochland von Dekkan. Die kulturelle Blüte wurde erreicht, geprägt von der indisch-sarazenische Architektur (Taj Mahal). Veränderungen in den Machtverhältnisse wurden erst durch das Eindringen afghanischer Eroberer sowie der Europäer (Portugiesen, Niederländer, Franzosen, Briten) im 18./19. Jahrhundert möglich. Indien wurde 1858 direkt der britischen Krone unterstellt. Die Kolonialmacht wurde durch die Verwaltung ausgebaut und ein Verkehrsnetz (Eisenbahn) angelegt. Im Grossen Indischen Aufstand von 1857/58 ging es um Unabhängigkeitsbestrebungen, es folgten Perioden brutaler Unterdrückung durch britische Truppen. Die Bildung des Indian National Congress konnte 1885 in Puna nicht verhindert werden. Mahatma Gandi führte nach dem Ersten Weltkrieg (an dem indische Einheiten an der Seite Grossbritannien teilnahmen) eine Bewegung des zivilen Ungehorsams an und rief zum Boykott britischer Waren auf. Indien und Pakistan (seit 1940 geteilt) wurden 1947 in die Selbständigkeit entlassen wurden. Um die Provinz Kashmir gab es 1947-49 und 1965Streitigkeiten zwischen Indien und Pakistan. Indien unterstützte in den 70er Jahren die staatliche Verselbständigung Ostpakistans zu Bangladesch. Nachfolgend kam es immer wieder zu auflebenden religiösen Konflikte wie z.B. die Autonomiebestrebungen radikaler Sikhs im Punjab, die blutig niedergeschlagen wurden. Zu blutigen Unruhen kam es 1992/93 aufgrund des Dauerkonflikts zwischen Hindus und Moslems. In der Beziehung zu Pakistan kommt es immer wieder zu Streitigkeiten.

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